Chancen & Zukunft

Fernglas blau: Bildmotiv aus dem nautischen Umfeld bzw. Projekt Ahoi Captain.

Die Binnenschifffahrt Berufe
im Überblick

Die Schifffahrt auf dem Fluss oder einem See unterscheidet sich von der Hochseeschifffahrt. Während man auf einem Hochseeschiff tage- oder wochenlang kein Land sieht und sich der Umschlag im Hafen auf wenige Stunden beschränkt, lebt man in der Binnenschifffahrt zwar auf dem Wasser, hat aber ständig Kontakt mit der Landumgebung. 

Auf dem Hochseeschiff kennt man seine eigene Crew, während man in der Binnenschifffahrt mit vielen verschiedenen Leuten in der Ausbildung, auf den anderen Schiffen oder in der Schule in Kontakt kommt. Auch ist man auf einem Binnenschiff, das Güter befördert, oder einem Fahrgastschiff, das Personen befördert, nie sehr weit weg von zu Hause, was auf dem Ozean natürlich nicht der Fall ist.

Die AHOI-Fakten

Dekorative Karten-Grafik als Hintergrundelement im Seitenlayout.

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Ein grosser Teil aller Güter, welche die Schweiz erreichen oder von hier exportiert werden, wird in Schiffen transportiert, die in den Schweizerischen Rheinhäfen umgeschlagen werden. Weil die Transportmengen wohl nicht abnehmen werden und die Schiene und Strasse am Limit ihrer Kapazitäten angekommen sind, bietet der Rhein auch in Zukunft genügend Raum für den Güterverkehr.

Es braucht nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte auf den Güterschiffen, sondern ebenso in der Flusskreuzschifffahrt. Auch hier verkehren immer mehr Schiffe auf den Flüssen, die Tourist:innen aus der ganzen Welt die Schönheit der Binnengewässer vor Augen führen.

Die Branche wird auf allen Ebenen auf gut ausgebildete Fachleute angewiesen sein – von den Fachfrauen/-männern EFZ über die Hafenmeister bis zu den Flottenverantwortlichen, der Feuerwehr und Schifffahrtspolizei. Es gibt gute Chancen und Möglichkeiten, sich weiterzubilden und aufzusteigen.

Während früher die Güterschiffe mit Kohle oder Diesel ohne Abgasreinigung fuhren, entwickelt sich die Antriebstechnologie im Moment stetig weiter. Hocheffiziente Motoren neuster Bauart und alternative Antriebsarten mit Brennstoffzellen werden heute schon standardisiert, um die Binnenschifffahrt so umweltfreundlich wie möglich zu betreiben. Gerade für diese zukunftweisenden Technologien braucht es in Zukunft Spezialist:innen auf den Schiffen, die die Technik verstehen und warten können.

Heute werden Schiffe bereits von Land aus über Fernsteuerungszentralen gesteuert. Die Automatisierung und Fernsteuerung werden in nächster Zukunft auch nicht vor der Binnenschifffahrt haltmachen. Mit dem Abschluss der Lehre hört das Lernen nicht auf.

In den Verhandlungen, die 1815 auf die Napoleonischen Kriege folgte, beschloss der Wiener Kongress die Schifffahrtsfreiheit für internationale Gewässer sowie für den Rhein die Einrichtung einer «Zentralkommission für die Rheinschifffahrt», die erstmals 1816 in Mainz tagte.

Nach Verlegung der Kommission 1861 nach Mannheim wurde am 17. Oktober 1868 die «Mannheimer Akte» von Baden, Bayern, Frankreich, Hessen, den Niederlanden und Preussen unterzeichnet. Diese Vereinbarung ist in ihren Grundsätzen bis heute gültig. Mit dem Artikel 355 des Versailler Vertrages wurde der Sitz der Kommission 1920 nach Strassburg verlegt. Ein Nachfolgeabkommen, das 1967 in Kraft trat, bestätigte die Grundsätze der «Mannheimer Akte», und die Schweiz wurde als Rheinanliegerstaat ebenfalls Signatarstaat (Mitglied).

Damit gilt die «Mannheimer Akte» von 1868 als einer der ältesten noch bestehenden internationalen Verträge, der bis heute die Schifffahrt auf dem Rhein regelt.